Die Risikoeinstufung von Privatanlegenden ist keine Gestaltungsmasse der Ertragsoptimierung für Privatanlegende und Berater

Um Anlagevorschläge auf das Risikoverhalten der Privatanleger abzustimmen, werden Anlagelösungen in unterschiedliche Risikoklassen eingestuft. Die dafür geltenden gesetzlichen Vorschriften sind konkret und eng. Die Messung und Bewertung des Risikoverhaltens der Privatanleger erfolgt mit dem Ziel, eine optimale Risiko-Ertrags-Relation zu erreichen. Die dafür verwendeten Tools sind deutschlandweit unterschiedlich, nur sehr wenig vergleichbar und allzu oft wenig wissenschaftlich basiert. Eine unterschiedliche Risikoeinstufung des Risikoverhaltens von Privatanlegenden bei unterschiedlichen Anbietern ist daher sehr wahrscheinlich. Die Vergleichbarkeit der daraus resultierenden Anlagevorschläge ist nur schwer möglich.

In der Beratungspraxis kann immer wieder erlebt werden, dass die Risikoeinstufung von Privatanlegenden zur maßgeblichen Gestaltungsgröße eines möglichen Ertrages wird. Das betrifft sowohl den Ertrag der Privatanlegenden als auch den aus der Beratung resultierenden Ertrag der Beratenden.

Einerseits besteht das erlebbare und verständliche Bestreben, durch eine Erhöhung der Risikoanteile des Vermögens der Privatanlegenden überhaupt einen möglichen Ertrag für diese darstellen zu können. Andererseits ist auch erlebbar, dass Ertragssteigerungen für Beratende aus der Vermögensberatung ohne eine Ausweitung der Risikobereitschaft der Privatanlegenden nur schwer möglich sind.

Beide Überlegungen führen zum gleichen Dilemma: Treten bei Privatanlegern in der Folge Verluste auf, werden für diese die Berater in unterschiedlicher Konsequenz verantwortlich gemacht.

Handlungsempfehlungen:

– Die Vermögens- und Ertragsoptimierung folgt der Risikoverhaltensmessung,
Risikoeinstufung oder -bewertung der Privatanlegenden. Auch wenn im Ergebnis eines sehr konservativen Entscheidungs- und Risikoverhaltens keine Ertragsoptimierung für Privatanlegende möglich wird.
– Die Dehnung beziehungsweise risikoermöglichende Risikoverhaltensmessung zum
Zwecke der Ertragsoptimierung für Beratende verbietet sich aus ethischen, moralischen und auch rechtlichen Gründen. Es ist ein grober Vertrauensmissbrauch.

Was haben das (un)wahrscheinliche Tempolimit und eine Aktienquote gemeinsam?

„Es könnte alles so einfach sein, ist es aber nicht.“ sangen die Fanta Vier schon vor vielen Jahren. Und mit dieser einfachen Botschaft schufen sie eine allgemeingültige Message für viele Themen. Die Aussage gilt für die Diskussion um ein (un)wahrscheinliches Tempolimit genauso, wie für die Geldanlage. In beiden Fällen werden unterschiedliche Theorien zu den Folgen der Geschwindigkeit schlagend. Geldanlage und Geschwindigkeit? Ja, auch darauf soll es ankommen, jedenfalls wenn Mann/Frau der folgenden Abbildung glauben darf oder soll.

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Quelle: https://bit.ly/37oLDg0

Unsere Fragen dazu sind ganz einfach:

  • Sollte vor der Anlageauswahl nicht eine Anlagedauer (also wieviel Zeit habe ich) klar sein?
  • Wenn das so ist, warum spielt dann plötzlich die Geschwindigkeit eine Rolle?
  • Wollen „Einsteiger“ nicht „gemütlich“ ans Ziel kommen? Es wird in allen anderen 7 Varianten explizit („dem Ziel entgegen“, „zielstrebig“, „in Richtung Ziel“) betont.
  • Wenn ich schneller oder eben „flotter mit etwas mehr Geschwindigkeit“ unterwegs bin, warum brauche ich trotzdem ein Jahr (oder mehrere) länger um anzukommen?
  • Ist „flotter mit etwas mehr Geschwindigkeit“ nicht so etwas wie ein „weißer Schimmel“ oder ein „Gratis Geschenk“?
  • Oder ist „flotter mit etwas mehr Geschwindigkeit“ eine sehr freie Risikointerpretation? Also, wirklich sehr frei.

Fazit:

1.Einfach ist nicht immer wirklich einfach oder auch gut gemacht. In diesem Fall ist es einfach nur verwirrend.
2. Interessenten sterben hier den Informationstod – schnell und einfach.

Übrigens: So wie das un(wahrscheinliche) Tempolimit kein Indikator für irgendetwas von Autofahrenden ist, ist das mögliche Verhalten von Privatanlegenden beim Autofahren kein, wirklich überhaupt kein Indikator für das Risikoverhalten bei deren möglichen Vermögensentscheidungen. Das ist nun wirklich ganz einfach.

„Stärkere Portfolios für Frauen“ – Auch das ist die Finanzwelt 2019

Mit dem Newsletter „Stärkere Portfolios für Frauen“ lässt uns eine große Investmentgesellschaft über eine Anzeige an ihrem aktuellen Frauenbild teilhaben. (Quelle: Newsletter Fondsprofessionell: hier)

„Die Märkte werden immer komplexer, die Zeiten unruhiger und die Zinsen bleiben niedrig. Diese Herausforderungen können aufgrund einer längeren Lebenserwartung und teilweise weniger linearen Erwerbslebensläufen einen einzigartigen Einfluss auf Frauen haben.“

Uuups bin ich froh, dass ich ein Mann bin! Unruhige Zeiten, niedrige Zinsen – das alles scheint an uns Männern vorbei zu gehen. Beim Lesen der nächsten Zeilen wird mir auch klar, warum das so ist.

„… Mangel an finanziellem Selbstvertrauen und Wissen ebenso wie zu wenig Zeit halten viele Frauen davon ab, sich mit langfristiger Vermögensplanung zu beschäftigen.“

Ja, wir Männer sind da schon anders drauf. Finanzgewandt, selbstbewusst, langfristig planend und entscheidend, vorausdenkend vermögensplanend und, und, und. Aber es geht ja noch weiter:

„Es besteht allerdings das Potenzial, dass Frauen in Deutschland und Österreich zusätzlich 45 Milliarden Euro investieren würden, wenn die Finanzbranche gemeinsam daran arbeitet, Anlegen besser ins alltägliche Leben von Frauen zu integrieren.“

Ja! Ja! Ja! Bei uns Männern ist das Anlegen im täglichen Alltag angekommen, also integriert. Fußballwetten rund um die Uhr, bargeldloses Bezahlen im Stadion und die Riester- und Rüruprenten sind auch nach Männern benannt. Ja, wir können mit Geld umgehen. Seit 1949 gab es noch nie eine Finanzministerin in der BRD, warum wohl?

Frauen sind, wenn wir die Anzeige auf den Punkt bringen: wenig selbstbewusst, wenig verantwortungsvoll gegenüber sich selbst, risikoscheu, wenig informiert und finanzbildungsfern. Und sie können sich nicht für das Geld anlegen begeistern.

Das sind wir Männer alles nicht! Wir wachen jeden Morgen mit einem unbändigen Risikohunger auf, checken die Märkte und unsere Konten vor dem ersten Kaffee. Erst dann wird die Familie geweckt. In den Pausen unserer kurzen, aber intensiven Jobs, treffen wir sicher, schnell und routiniert unsere Vermögens- und Vorsorgeentscheidungen. Es ist uns ein Leichtes, aus dem Wirrwarr der aktuellen Märkte Trends und Ideen zu ermitteln und Potentiale zu erkennen. Aktien, Fonds und Vorsorgelösungen sind, neben unseren Lieblingsklubs, Kindern und Frauen, ein fester Bestandteil unseres Alltags. Die erste Kurzwahl unseres Handys ist mit unserem Finanzberater belegt. Ja, so sind wir.

Und deswegen macht diese Anzeige auch deutlich, dass euch Frauen auch nur Männer helfen können.

Liebe Leserinnen! Es gibt Anzeigen, die sind auch für Männer nur schwer auszuhalten. Das gilt insbesondere für diese. Der Grund für diese Kampagne steht auch im Text: Es geht um eure 45 Milliarden! Und dafür ist den Männern in der Finanzbranche nichts zu schräg und zu peinlich.

Aber wo ist Eure Reaktion? Was sagt Ihr dazu?

Risiko to go!

Die Zinsen sind alle – und nun? Wenn wir nichts tun, hoffen wir, dass auch nichts passiert. Kluge Entscheidungen im Leben und bei der Geldanlage verlangen mehr als einen klaren Kopf.

Gerade im aktuellen Anlageumfeld ermöglicht eine achtsame und emotionsregulierende Risikokommunikation bessere und einfachere Vermögensentscheidungen. Und gerade weil die Zinsen alle sind, ist bei der Beratung von Privatanlegenden nichts egal. Basierend auf der Erkenntnis, dass Menschen nur mehr schlecht als recht mit Geld, Vermögen und Risiko umgehen können, entstand der Ideenfinder mit einem Augenzwinkern zur Vorbereitung auf und auch zur Verwendung in der Anlageberatung von Privatanlegenden.

„Risiko to go!“ –  können Sie Anspracheideen entnehmen und entwickeln, Ideenkarten in ihren Beratungsgesprächen zeigen und gemeinsam mit ihren Kunden darüber reden. Vielleicht liegt der Ideenfinder auch einfach auf dem Beratungstisch und Ihre Kunden nutzen die Möglichkeit zum darin blättern und darüber reden.

„Es könnte alles so einfach sein, ist es aber nicht.“ – Die Risikokommunikation in der Beratung von Privatanlegern muss einfach, klar und transparent sein, sonst entscheiden sich Privatanlegende immer öfter einfach nicht. Mit dem Ideenfinder „Risiko to go!“ kann und wird es für Sie einfacher werden, mit ihren Kunden über Risiko zu sprechen. Die Ideen sind erprobt, einfach und erfolgreich.

Ausführliche Informationen für unseren Ideenfinder „Risiko to go!“ finden Sie hier.

Inspirieren Sie Ihre Kunden mit einfachen Gedanken zu deren Risikoüberlegungen. Denken wir daran: Hoffnung allein ist keine Strategie.

Ein Kuss, ein Parasit und die Aktienkultur

Nun ist es wieder soweit, die Wertpapierkultur in Deutschland soll verändert werden. Diesmal mit einem Werbespot. Die Deka wagt mit ihrem neuen Spot den Versuch, die „immer noch unterentwickelte Aktienkultur“ (Wie ein Kuss die Wertpapierkultur in Deutschland verändern soll, horizont.de) zu verändern.

Quelle: horizont.de

Wir haben es schon oft geschrieben und kommentiert: Kultur ist das, was da ist und nicht das, was Firmen und Branchen gerne hätten. Die sogenannte Aktienkultur daran zu messen, wie hoch die Aktienbesitzquote bzw. der Aktienfondsabsatz sind, ist und bleibt eine Branchendiskussion. Sie wird als solche nicht dazu führen, dass sich das Verhalten möglicher Sparer im Umgang mit der Aktie als Anlageklasse ändern wird. Dabei wird es auch nicht helfen, eine Kulturscheindebatte zu führen.

Wird die Aktie erlebbar in der Spareransprache als alternativlos bewertet, schnell, sofort und unmittelbar mit Risiko verknüpft sowie darüber hinaus mit Fremdwörtern gepaart, dann wird das Anlegerverhalten so bleiben, wie es gerade ist. Egal welcher Spot auch gesendet wird. Apropos Spot und Fremdwörter. Was sagt der Held des Films: „Ich wollte dir nur sagen, dass ich in Fondssparpläne der Deka investiert habe, um von allen Aktienbewegungen zu profitieren in volatilen Märkten.“ Volatile Märkte? Nun ja, Fragen Sie doch mal ihre Nachbarn, was das ist …

Ein anderer Weg etwas für die Aktienkultur zu tun, könnte auch darin bestehen, völlig neue Wege zu beschreiten. Wie kann es gelingen die Risikofreude der Deutschen und damit die Aktienkauffreude zu heben? Sauer macht risikofreudig. Zitronenlimonade in der Beratung könnte helfen. Aber vielleicht auch eine Katze. Der bekannte Katzenparasit Toxoplasma gondii führt bei Menschen angeblich zu einem veränderten Risikoverhalten. Betroffene sollen plötzlich „voll auf Risiko gehen“ (J. Flegr, Karls-Universität Prag). Und immerhin sind beinahe die Hälfte aller Deutschen vom Virus betroffen. Die Verhaltensauswirkungen des Toxoplasma gondii müssten also bereits jetzt erlebbare Auswirkungen auf die Aktienkultur haben. Stellen wir uns jetzt vor, wie unterentwickelt die sogenannte Aktienkultur in D. ohne den risikotreibenden Parasiten wäre …

Was bleibt? Aktienkultur ist kein Wunschkonzert! Sie ist aber ein erlebbarer Bestandteil der Beratungskultur in Sparkassen und Banken. Aktienkultur ist Beratungskultur und da kann etwas getan werden.

 

ESG- und Nachhaltigkeitsberatung – Pflicht oder Kür? Krampf oder Lust? Angst oder Hoffnung?

Die Sommer werden heißer und die Winter wärmer. Plastikmüll umkreist die Kreuzfahrtschiffe auf den Weltmeeren. Klimawandel und Erderwärmung bestimmen in weiten Teilen den gesellschaftlichen und politischen Diskurs sowie zunehmend wirtschaftliche Überlegungen. Die IAA in Frankfurt wird zum Sinnbild der aktuellen politischen Diskussion über unser ökonomisches und ökologisches Grundverständnis.

Die Gesellschaft diskutiert kontrovers, wie der ökologische Wandel gestaltet wird, wer welchen Beitrag leisten kann und bestimmt auch leisten muss. Aus aktuellen Umfragen wird deutlich, dass viele Deutsche bereit sind einen Beitrag zu leisten – auch und mit ihren Geldanlage- und Sparmöglichkeiten. Die Finanzbrache diskutiert noch, wie sie sich zum Thema Nachhaltigkeit verhalten soll. Und auch in dieser Debatte wird deutlich, warum politische Akteure im Umgang Finanzakteuren auf gesetzliche Regeln setzen. Freiwillig passiert zu wenig. 

Beraterinnen und Berater tun gut daran, diese Entwicklungen aufmerksam zu verfolgen und aktiv mit ihren Kunden zu begleiten. Es wird um deutlich mehr gehen, als die formale Berücksichtigung von ESG-Kriterien im Rahmen der Umsetzung einer Regulierungsanforderung ab 2021. Mit einem kommunizierten Hinweis auf einen gesetzgeberisch erzwungenen Beratungsinhalt wird Privatanlegern schnell klar – freiwillig erfolgt die Nachhaltigkeits- und ESG-optimierte Ausrichtung der Vermögensstruktur nicht.

Aus der gesetzgeberischen Pflicht zur Befragung nach einer möglichen Nachhaltigkeits- und ESG-optimierten Umsetzung der Anlagelösungen kann und sollte sich ein modernes und achtsames Selbstverständnis für Berater und Beraterinnen an ihre Beratung entwickeln.  Warum drehen Sie den Ansatz nicht um? Warum sind Nachhaltigkeits- und ESG-optimierte Anlagevorschläge nicht der neue Standard für Vermögens- und Sparvorschläge ab 2021? Warum kann nicht eine Abweichung von dieser Grundausrichtung erfragt und dann auch dokumentiert werden?

Vielleicht kann es über die regulatorischen Anforderungen endlich gelingen, dass sich nachhaltige Anlagelösungen weg von Anlagemodethemen zu wirklichen Dauerlösungen entwickeln. Vergeben Sie diese Chance nicht so einfach.

Glückliches Kind hält Daumen hoch

 

Bedenken Sie: Die Vertrauenswerte für die Finanzbranche bewegen sich auf historischen Tiefstständen. In Zeiten möglicher Minuszinsen, möglicher weiterer Filialschließungen, Personalabbaumaßnahmen, Angebotseinschränkungen und auch anstehender Urteile aus den Cum-ex Prozessen, stehen der Branche erlebbare Freiwilligkeit und Sinnstiftung im Sinne ihrer Kunden und der ökologischen Herausforderungen gut.

Setzen Sie die Regulierungsanforderungen so um, dass Privatanleger einfach erleben, dass eine nachhaltige Vermögensanlage eine sinnstiftende Vermögensanlage sein kann und wird. Es wird sich für alle lohnen – für den Ertrag der Anleger und den der Branche, für die Zukunft unserer Kinder und bestimmt auch für das Image der Anlageberater und Anlageberaterinnen.

The End! oder „Wer sein Geld sicher anlegen will, muss derzeit Verluste hinnehmen“ (Welt.de)

Wer sein Geld sicher anlegen will,
muss derzeit Verluste hinnehmen.“
(Welt.de, 29.8.2019)

Bitte lesen Sie diesen Satz noch einmal. Und? Klingt er jetzt besser? Noch nicht? Ich möchte dieses Zitat gern um den ultimativen Lieblingssatz der Finanz- und Kundenbefragungsbranche ergänzen:

„Bei künftigen Geldanlagen ein höheres Risiko einzugehen,
um eine ggf. höhere Rendite zu erzielen, kann ich mir … vorstellen.“

(z.B. Befragung Bankenverband 2018)

Beide Sätze offenbaren, wie weit es mit dem Finanzwissen der Deutschen steht. Hier, in diesen beiden Fällen, sind es die sogenannten Experten, welche mit ihrer Aussage und ihrer Art der Fragestellung deutlich daneben lieben.

Fakt 1: Wenn ein Privatanleger sein Geld sicher anlegen will, will er keine Verluste hinnehmen.
Fakt 2: Nein, Privatanleger sind nicht bereit, für eine ggf. höhere Rendite, ggf. ein höheres Risiko einzugehen.

Menschen sind, wenn sie normal sozialisiert sind, Unsicherheitsvermeider. Das Vermeiden von Risiken zur Sicherstellung des Überlebens ist unsere Grund-DNA. Das ist seit Millionen Jahren so. Das gilt für Alltagsentscheidungen ebenso, wie für Spar- und Vermögensentscheidungen. Die Evolution wird für Spar- und Vermögensentscheidungen keine Ausnahme machen. Auch nicht 2019.

Leider taucht die o.g. falsche Risikofrage immer wieder und mit großer Hartnäckigkeit in Anlegerberatungen und -umfragen auf.  Aber: auf eine allgemein gestellte Frage erhalten Experten eine allgemein gültige Antwort. Oder anders: Wer falsch fragt, bekommt eine falsche Antwort. Übrigens: die Antwort auf diese Frage wird auch nicht besser, wenn sie noch viel öfter so gestellt wird. Wären die Berater/Beraterinnen in Banken und Sparkassen Risikohändler, dann würden sie so richtig fragen. Sind sie aber meistens nicht.

Die Art der beiden Aussagen ist möglich, weil sich viel zu wenig damit auseinandergesetzt wird, was Privatanleger unter Risiko oder Sicherheit verstehen. Das gilt auch für sehr viele Experten. Beide Begriffe werden individuell definiert, erlebt und dann in Anlagelösungen berücksichtigt. Es gibt nicht „das Risiko“ oder „den Verlust“. Allein für Bedeutung des Wortes „Risiko“ gibt es in D. mehr als 300 Definitionen.

Ich hoffe inständig, dass der Spruch Wer sein Geld sicher anlegen will,
muss derzeit Verluste hinnehmen.“
nicht in der Anlageberatung von Privatanlegern verwendet wird. Er ist falsch, weckt die falschen Emotionen und macht jede weitere Beratung überflüssig. Es gibt bessere Anspracheideen.

Wenn es gelingt, Privatanlegern ihre persönlichen Gedanken und Überlegungen zur „Sicherheit“ und zum „Risiko“ zu entlocken, werden heute, morgen und übermorgen, also in den Zeiten, in denen die Zinsen alle sind, gute alternative Anlageideen umgesetzt werden. Ja, sogar Aktien! Wetten?!

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