Der Rechtsstreit

Wir leben in spannenden Zeiten. Früher war es so, dass die Kündigungsangst bei Sparverträgen auf der Seite der Banken und Sparkassen lag. Heute haben Kunden Angst, die Vertragskündigung von ihrer Bank/Sparkasse, Versicherung oder Bausparkasse zu erhalten. Daraus resultierende Rechtsstreitigkeiten sind nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel. Welchen Einfluss können diese auf die Kunde-Berater-Beziehung haben?

Wer glaubt, in solchen Situationen gibt es einfaches weiter so, hat eine sehr paradoxe Vorstellung vom Vertrauenskonstrukt einer Kunde-Berater bzw. einer Kunde-Bank-Beziehung. Denn egal, wer auch im Rechtsstreit obsiegt, es gibt es immer auch einen Verlierer. Wie soll sich dieser in der weiteren Beziehung verhalten und welche Geschäfte sind überhaupt noch möglich?

die zwei Gegenstze - Daumen hoch und Daumen runterWie wird sich ein Sparer zukünftig verhalten, wenn er in einem Prozess siegt? Ist es vorstellbar, dass er es für sehr wahrscheinlich hält, dass es auch bei anderen Verträgen Regelungen zu seinen Ungunsten bestehen? Wächst das Misstrauen?

Wie wird sich ein Sparer zukünftig verhalten, wenn er in einem Prozess verliert? Ist es vorstellbar, dass Neugeschäft in Gänze ausbleibt? Oder warum soll er wieder vertrauen?

Gegenseitiges Vertrauen ist der postulierte Grundsatz in Banken und Sparkassen für die Kunde-Berater-Beziehung. Geht dieses in einen Rechtsstreit über bzw. endet eine Beziehung in einem solchen, geht dieses verloren bzw. nimmt zumindest Schaden. Sollten Konsequenzen gezogen werden? JA!

Handlungsempfehlung bei einem Rechtsstreit:

  • Die Kunde-Bank-Beziehung wird im gegenseitigen Einvernehmen beendet, weil die Vertrauensbasis einen nachhaltigen Schaden erlitten hat.
  • Auch eine „Einigung“ entspricht nicht einer Win-win-Situation. Es gab ja triftige Klagegründe für einen Geschäftspartner.
  • Ein „Weiter-so-wie-bisher“ entspricht nicht einer auf Vertrauen basierenden Kunde-Berater- und auch Kunde-Bank-Beziehung.

Fazit:

Ein konsequentes Vorgehen steht in Übereinstimmung mit dem Anspruch, ein persönlicher, vertrauensvoller und im Sinne einer kundenorientiert erlebbaren Geschäftsbeziehung tätiger Berater und Anbieter zu sein. Wenn Sie Zweifel an diesen Überlegungen haben, dann fragen Sie sich bitte, wie Sie sich verhalten würden, wenn Sie ein langer Wegbegleiter und Freund verklagt. Wäre es Ihnen wirklich egal? Vertrauen Sie ihm noch?
Es lohnt sich, den lange an Kunden und Sparer kommunizierten Vertrauensbegriff auf seine Werthaltigkeit zu hinterfragen. Reden Sie sich die Situation nicht schön, sondern seien Sie zukunftsorientiert und vertrauenserhaltend konsequent. Im Sinne aller Beteiligten.

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Anlagekultur – Der Privatanleger als Finanzanalphabet und mündiger Verbraucher (Anleger)

Finanzdienstleistungen sind ein schwieriges Metier. Typischerweise gilt, je unübersichtlicher die Märkte sind, um so unübersichtlicher sind auch die Produkte. Die Märkte 2016 waren und sind unübersichtlich. Im Umgang mit diesen Märkten sind der Kreativität bei der Produktgestaltung und auch der Produktbezeichnung durch die Anbieter (fast) keine Grenzen gesetzt. Auf der Strecke bleiben die privaten Finanzentscheider, denen ein einfaches Verstehen von Anlagelösungen deutlich erschwert wird. Ist das Absicht?

Ein Blick in die aktuellen Diskussionen des Jahres 2016, wie z.B dem möglichen Verbot von Zertifikatekonstruktionen, erleichtert das Verständnis darüber.

Einerseits wird deutschen Sparern, i.d.R. basierend auf Umfragen, in aller Regelmäßigkeit ihr Anlegerfehlverhalten attestiert, Anlegeranalphabetismus festgestellt, Finanzunterricht bereits an den Schulen eingefordert, sowie die bestehende Aktienkultur in D. beklagt. Andererseits wird immer dann, wenn es um ein mögliches Regulieren des Produktangebotes geht, der mündige Verbraucher beschworen. In guten Tagen in der gleichen Pressemitteilung oder sogar im gleichen Interview eines Branchenvertreters. Ja was ist denn nun richtig? Immer das, was gerade passt?

Darüber sind sich wahrscheinlich auch führende Finanzdienstleistungsvertreter nicht einig. Fakt ist jedoch, dass eine solche Diskussion weder dem Vertrauen in die Finanzdienstleistungsbranche, noch den möglichen Geschäften aller Beteiligten (inklusive der Privatanleger) zuträglich ist. Demut und Einsicht in der Diskussion wären ein möglicher und erster Weg der Besserung. Ist es Privatanlegern wirklich einfach möglich bestehende Produktkonstruktionen zu verstehen? Oder scheitert der Versuch bereits beim Namen des Angebotes? Ganz sicher geht es besser und einfacher.

Apropos „Aktienkultur“. Die Branchenanamnese, dass es in D. keine solche gibt, ist schlichtweg falsch. Die deutsche „Aktienkultur“ ist, wie sie ist. Sie ist auch ein Ergebnis des Umgangs mit der Aktie in der Anlageberatung der letzten Jahrzehnte. Und da hat die Branche in der Summe zu wenig für die Aktie getan.
Kultur ist keine Frage des Absatzes, sondern vielmehr eine Frage des sozialen Erlebens und Umgangs mit etwas, wie zum Beispiel der Aktie. Und gerade, wenn bei Anlegern der Eindruck entsteht, dass die Aktie erst „alternativlos“ ist, wenn die Zinsen alle sind, gilt es darüber nachzudenken und neue Wege zu beschreiten. Aber das ist eine wahrliche (und wahrscheinlich sogar „alternativlose“) Kulturfrage – eben eine Frage der Umgangskultur mit Kunden, Anlegern und Finanzentscheidern.

Schafft eine breite Vermögensdiversifikation wirklich mehr Sicherheit für Privatanleger?

Mit dem Blick auf die aktuellen Anlagemöglichkeiten wird schnell klar, dass nur eine gute Vermögensstruktur zu mehr oder überhaupt noch zu Erträgen für Privatanleger führen kann. Ist das so klar? Oder warum sind Privatanleger nicht in der Lage, diesem einfachen Hinweis ihrer Berater schnell Folge zu leisten?
Sicherheit ist für Anlageberater, also Experten, ein finanztheoretisches Konstrukt. Für Privatanleger, also Laien, ist Sicherheit ein gutes Gefühl und damit immer ein sehr subjektives und vor allem erfahrungsbasiertes Konstrukt. Abgeleitet aus dem lateinischen „se cure“ bedeutet es so viel wie „ohne Sorgen sein“. Sicherheit ist demzufolge keine feste, definierbare und vor allem keine einheitliche Größe in der Anlageberatung. Es wird deutlich, dass auch dieses Gefühl mit jedem Anleger zu besprechen ist.
Im Ergebnis einer finanztheoretisch hergeleiteten Vermögensstruktur stehen unterschiedliche Anlageklassen und Anlagelösungen. Ist für Berater/Beraterinnen das Ergebnis erstrebenswert, sollten sie wissen, dass die daraus resultierende Vermögensvielfalt Privatanleger vor diverse Problem stellt.

  • Privatanlegern sind nicht in der Lage, unterschiedlichste Anlagemöglichkeiten schnell und einfach zu verstehen. Die damit verbundene Informationsmenge übersteigt deutlich die Möglichkeiten der biologisch zur Verfügung stehenden Verarbeitungskapazitäten.
  • Nimmt der Umfang der Anlageklassen zu, werden Privatanleger auch neuen und vor allem mehr Risikofaktoren ausgesetzt.
  • Der Risikoanteil aus der mit der Vermögensstruktur verbundenen Spekulation nimmt zu.
  • Der Risikoertrag nimmt ab, da mit der Risikodiversifikation auch Fehlentscheidungen verbunden sind.
  • Anlageberater sollten wissen, dass die Kundenzufriedenheit unter Berücksichtigung der aufgeführten Punkte eher sinkt als steigt.

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Was kann getan werden?

  1. Die in den letzten Jahren in Banken und Sparkassen propagierten Mengengerüste zum Berater-Kunden-Betreuungsverhältnis gehören der Vergangenheit an. Ein Mehr an Anlagelösungen und damit verbunden ein Mehr an Risiken muss mit einem Mehr an Beratungskapazitäten einhergehen. Ein Anleger ist in diesem Marktumfeld keine einfache betriebswirtschaftliche Rechengröße mehr.
  2. Wenn mehrere Anlagelösungen und damit mehr Risiko zu mehr gefühlter Unsicherheit bei Privatanleger führen, muss diese durch eine höhere Beratungs- bzw. Betreuungsintensität ausgeglichen werden.
  3. Eine breite Vermögensstruktur alleine ist kein Garant für einen angestrebten Mehrertrag oder ein gutes und sicheres Gefühl bei der Vermögensanlage für Privatanleger. Mehr Struktur bedeutet mehr Beratung!

Fazit:

Eine Vermögensstruktur schafft eine finanzmathematische-theoretische Sicherheit für Berater. Für Privatanleger ist sie kein Sicherheitsgarant.  Das Kundengefühl Sicherheit kann nur vom Berater aufgebaut werden – mit viel Fleiß, Zeit, Empathie und unterschiedlichen Anlageformen.

Soziale Mehrwerte statt Produktmehrwerte!

Früher war alles besser? Nicht immer, aber manchmal doch. Ein Mitarbeiter einer Sparkasse zeigte mit Freude ein altes Jahrbuch vor einem Seminar herum. Und schon erzählte man sich alte Geschichten; von gestern, von früher und auch von ganz früher.

Und Recht hatte er, schon 1963 war klar: soziale Mehrwerte sind für das Sparen deutlich wichtiger als Produktmehrwerte. Die Diskussion um Mehrwerte, Vorteile und Funktionsweisen von Anlagelösungen, um Prozente, Renditen und Beratungsprozesse sind begrenzt kundenmehrwertig. Andere Branchen haben das längst erkannt. Banken, Sparkassen, Versicherungen und andere Finanzdienstleister tun sich schwer, damit diese „neue Erkenntnis“ kundenorientiert umzusetzen. Warum eigentlich?

Denken wir heute mehr als 50 Jahre zurück, können wir erkennen, wie zukunftsfähig die 60er Jahre waren. Wer hätte das gedacht?

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„Wieviel Freude vermögen die Früchte des Sparens zu schenken! Ganz ohne jede Zweckbestimmung, abseits von kühler materieller Überlegung, nur dem anderen zugetan, werden wir zu Gebenden. Unsere Liebe erhält ein beredtes Zeugnis, unser Alltag einen Schimmer vom Glück. Und hätte das Sparen keinen anderen Sinn als eben nur diesen, es lohnte sich geübt zu werden.“

Ach klingt und ist das schön!

Quelle: Im Dienste einer Idee (1963), Steinbock Verlag Hannover

 

Achtung Altersvorsorge auf Irrwegen!

Es ist Herbst und sie sind pünktlich zum Weltspartag da, die zahlreichen Umfragen zum Spar- und Anlageverhalten der Deutschen. Was gibt es Neues? Eigentlich, nichts. Im Umgang mit den Ergebnissen wird deutlich, wie es um das Spar- und Anlageverhalten und um das finanzielle Allgemeinwissen steht. Apropos finanzielles Allgemeinwissen. Nein, es sind nicht allein die potenziellen Sparer, welche mit diesem Probleme zu haben scheinen.

In der auflagenstarken Welt erscheint der Artikel „Deutsche sparen weniger fürs Alter – zu Recht“. Beim Lesen steht man unweigerlich vor der Frage, wie der Autor zu einem solchen Schluss kommt.

Was hat sich in den letzten Monaten ereignet, das es sich nicht mehr lohnt für die Zukunft zu sparen?

Wer glaubt wirklich daran, dass es mit der Rente in Deutschland in 20 Jahren so sein wird wie heute?

Sind niedrige Zinsen wirklich ursächlich für das mangelnde Interesse an der Zukunftssicherung?

Ist die Vorsorgewelt „alternativlos“ mit Zinsanlagen oder klassischen Lebensversicherungen verbunden?

Lohnen sich RiesterRenten wirklich nicht mehr? Betrifft das wirklich alle Riester-Sparideen?

ignoranz

Nein, es ist keine rationale Entscheidung vieler Deutscher, wenn für die Zeit nach der Arbeit nicht notwendigerweise gespart wird. Diese Entscheidung ist eine emotionale Entscheidung und als solche ansatzweise verständlich. Wenn die zu dieser Entscheidung führenden Überlegungen so oberflächlich sind wie dieser Artikel und die darin aufgeführten Argumente, dann wird deutlich: sie sind leider falsch. Darüber sollte von Finanzjournalisten geschrieben und Finanzentscheidern gesprochen werden.

Fazit:

Wenn sich die Idee, keine Zukunftssicherung zu betreiben, durchsetzt, handeln wir nach dem Motto „die Hoffnung stirbt zuletzt.“ Aber Achtung, sie stirbt.

Geld. Zukunft. Demenz.

Mit dem Blick auf die Zukunft bewegt uns Deutsche Vieles. Die Entwicklung der Rente, des Euro, des Wohlstandes und die Steigerungsraten der Gesundheitskosten treiben uns um. Manche beschäftigen sich auch mit der Integration der „Generation Y“ in die Arbeitswelt, aber das wird schon funktionieren!  Banken und Sparkassen diskutieren die Zukunft der Filiale, der Anlageberatung und der Digitalisierung der Geldgeschäfte. Und in manchen Banken und Sparkassen stellt man sich auch auf eine im Durchschnitt immer älter werdende Kundschaft ein. Zum Geldautomaten führt der Weg jetzt über eine schiefe Ebene und beim Onlinebanking kann die Schriftgröße auf ganz groß eingestellt werden. Und schon ist viel erreicht, oder?

Im Ernst, wir werden alle viel länger leben. Heute 75jährige fühlen sich ungefähr 10 Jahre jünger als sie sind. Die BAGSO hat in einer Umfrage erhoben, dass eine große Angst älterer Menschen, die Angst vor Fremdbestimmung ist. Fremdbestimmung über die Belange der eigenen Person, des eigenen Lebens und auch des vorhandenen Vermögens. Demenz/Alzheimer ist ein Grund für diese Überlegungen und mit dem Älter werden steigt auch die Wahrscheinlichkeit, hieran zu erkranken (Prognose der Demenzerkrankten siehe Tabelle).

Prognose
Ein großer Teil der vermögenden Deutschen gehört zur Generation der Älteren und ist demzufolge interessant für Banken und Sparkassen. Im Moment ist Demenz/Alzheimer noch kein Thema, dem sich Banken und Sparkassen aktiv stellen. Der Umgang mit demenzkranken Kunden und deren Angehörigen wird immer alltäglicher und ist ein Glücksspiel: für die Betroffenen, die Angehörigen und auch die Berater in den Finanzinstituten. Der Ausgang der Begegnungen ist oft ungewiss, denn gesetzliche Regelungen treffen auf gegenseitiges Missverständnis, große Unsicherheit im persönlichen Umgang und fehlende Erfahrung. Unwissenheit schafft Unverständnis und bedeutet leider sehr oft das jähe Ende einer jahrzehntelangen Kundenbeziehung. So wie der Alltag für Demenzbetroffene besonders ist, so werden auch die Geldgeschäfte besonders werden. Stellen wir uns darauf ein!

Es wird Zeit, sich dem Thema zu widmen. Nicht nur in der Familie, sondern auch in Banken und Sparkassen, denn die gehören ja gern dazu. Denken wir daran, dass auch wir älter werden – als Berater und als Kunden!

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Quellen: Das Wichtigste 1 – Die Häufigkeit von Demenzerkrankungen, Deutsche Alzheimer Gesellschaft

Aktienkultur ist Beratungskultur!

„Wie Draghi die deutsche Aktienkultur rettet“ schrieb am 22.11.2014 das Handelsblatt und führt im gleichen Artikel Vermögensverwalter auf, welche Privatanlegern eine neue Aufgeschlossenheit gegenüber Aktien bestätigen. Aber gibt es eine Kultur, die umsatzabhängig ist? Auffällig ist, dass das Wort „Aktienkultur“ nur phasenweise in D. verwendet wird. Werden viele Aktien von Privatanlegern gekauft, so ist diese „ausgeprägt“, „gut“ oder hat sich sogar „etabliert“. Diese Form der kommunizierten „Aktienkultur“ hat aber einen zeitlichen Rahmen und ist endlich, denn spätestens bei ersten Kursrückgängen findet sie ein jähes Ende.

Der Begriff „Kultur“ stammt in seinem Ursprung sehr wahrscheinlich aus der Landwirtschaft oder besser aus den frühen Zeiten des Ackerbaus. Heute wird „Kultur“ sehr weit gefasst und bezeichnet mit vielen Facetten das, was uns umgibt und ist wie sie ist. So bleibt also festzustellen, dass es eine Aktienkultur, auch mit geringen Umsätzen bei Privatanlegern, gibt.

Ein Blick in die Geldgeschichte verrät uns, dass es mit der Einführung des Vermögenbildungsgesetzes erste Überlegungen und Entscheidungen gab, etwas dafür zu tun, Anleger am Produktivkapital in Form der Aktien zu beteiligen. Kern des Gesetzes war und ist bis heute, die staatliche Förderung der geleisteten Anlagebeträge. Und heute? Es gibt das Vermögensbildungsgesetz noch, die Förderung wird aber nicht nur für Aktien, sondern auch für andere Anlageformen gezahlt.
Wenn die Finanzbranche heute beklagt, dass es keine „Aktienkultur“ gibt, dann reicht ein Blick in die unterschiedlichen Fördermöglichkeiten des Vermögensbildungsgesetzes, welche von Branchenvertretern im Laufe der Zeit eingefordert wurden. Da war und ist die Aktie als Produktivkapital nicht mehr ganz so wichtig.
Es reicht auch ein Blick auf das Marketing der Finanzinstitute, hier ist die Aktie kaum oder nur am Rand finden. Und es reicht auch ein Blick auf die Beratungsschwerpunkte, welche Kunden heute in der Anlageberatung erleben.

Martin Gburek schreibt in seiner aktuellen Kolumne dazu: „Man mag es kaum glauben, aber das Deutsche Aktieninstitut, 1953 gegründet als Arbeitskreis zur Förderung der Aktie (später Arbeitskreis Aktie), stellt seine jüngste Schrift unter das Motto „Aktienkultur leidet erneut“. Noch depressiver geht es kaum. Und das – neben zwei Geschäftsführern – bei einem Präsidium von elf, einem Vorstand von 51, einem wissenschaftlichen Beirat von zwölf und einem Beirat für ökonomische Bildung von sechs Personen, macht zusammen 82, darunter kein einziger Vertreter privater Anleger. Das haben Aktien wahrlich nicht verdient.“*

Fazit: 

Wer die Aktie über Jahrzehnte zur geduldeten Notlösung verkommen lässt, muss sich in Zeiten von Nullzinsen nicht über die erlebbare Aktienkultur beschweren. Es ist auch keine Aufgabe der Politik, hier etwas Förderndes zu tun. Es geht viel einfacher: eine positiv erlebbare Aktienkultur ist eine Frage der Anlageberatungskultur! Ein Aktienbaustein konnte und kann schon immer zu einer objektiven Anlagelösung dazugehören. Mehr Mut!

Quelle: http://www.wiwo.de/finanzen/geldanlage/gbureks-geld-geklimper-der-fluch-der-niedrig-null-und-negativzinsen/11391692-all.html