Informationstod am Beispiel einer einfacher Kundendienstleistung

Da haben wir sie gefunden, schnell und einfach, also vorbildlich – die Übersicht der 4 neuen Girokontenmodelle einer Bank auf deren Internetseite. Und dann war es auch schon vorbei mit der Einfachheit. Eine Tabelle mit 5 Spalten, 21 Zeilen und darunter einigen Anmerkungen mit Sternchen lädt zum Verweilen und Entscheiden ein. Von den 105 möglichen Tabellenfeldern haben 31 den Inhalt „kostenlos“, 5 Felder den Inhalt „0,00 €“ und 4 Felder den Inhalt „inklusive“. Es sind 40 Angaben zur Girokontodienstleistung entweder „kostenlos“ oder für „0,00 €“ oder eben „inklusive“ zu haben. Es bleibt die Frage offen, wo für einen durchschnittlich gebildeten Privatkunden der Unterschied liegt. Ein Griff zum Telefon sollte das Problem lösen.

Hier die in den Filialen der Bank erhaltenen Antworten:
1. „Es ist doch egal, sei froh, dass es so ist.“
2. „Wir sind gesetzlich gezwungen die Angaben so zu gestalten.“
3. „Die Angebote sind so individuell wie unsere Kunden.“
4. „Wir wissen es auch nicht.“

SONY DSC
SONY DSC

Im weiteren Verlauf der Internetseite wird im gleichen methodischen Vorgehen aufgezeigt, wie ein Wechsel oder die Wahl des Kontomodells erfolgen kann:

  1. Button: „Jetzt beantragen“ 2. Button: „Kontomodell wechseln“

Auch besteht die Wahl aus zwei optischen Nichtalternativen. Aber es wird ja aufgelöst, denn Button 1 leitet zu einer Terminvereinbarung und Button 2 zur Onlineumstellung weiter. Schreibt es doch einfach!

PS: Zwei komplette Zeilen der Kundeninformationstabelle sind IDENTISCH! Ist der Inhalt so wichtig?

Was das mit einer Anlageberatung zu tun? Das Lesen Sie demnächst in der Fortsetzung.

Werbeanzeigen

Wieviel Zukunft verträgt der Mensch?

Wie lange ist langfristig, wenn es um Geld oder besser um die Zukunftssicherung geht? Wie hilfreich sind Prognosen wirklich? Warum sind Sparer mit Lebensversicherungen aus der Vergangenheit unzufrieden?

Nun sind die Guthabenzinsen fast bei Null angekommen und damit verbunden stellen sich für viele Anleger und Sparer neue Fragen. Ja, und manche Experten überraschen sogar mit neuen Erkenntnissen. Und Achtung, es ist nicht die Zeit für hektische Entscheidungen!

Immerhin im August 2014, also fast ein Jahrzehnt nach der Einführung der RiesterRente stellt Stiftung Warentest/Finanztest fest, dass sich Riesterverträge auch nur durch die Zulagen rechnen und die Rendite je nach Vertragskonstellation bei ca. 8 Prozent p.a. liegen kann. Diese späte Erkenntnis ist erfreulich, stand aber bereits bei und mit der Auflegung der RiesterRente fest. Eine späte Rechtfertigung für Empfehlungen der Sparpläne?

„Nur der Scham der Banken erspart Minuszins bei Riester“ (welt.de, 13.9.2014). Banksparpläne haben ganz sicher ihre Bedeutung für bestimmte Sparziele. Es bleibt aber zu überlegen, ob eine Zinsentwicklung wie die derzeitige, für Sparzeiträume von 30 oder 40 Jahren ausgeschlossen werden kann und konnte? War den Sparern diese Möglichkeit des nahe Nullertrages bewusst?

Kunden mit fälligen Lebensversicherungen reagieren enttäuscht, wenn Sie ihre Auszahlungsbeträge fälliger Lebensversicherungsverträge sehen. Die vor 3 oder 4 Jahrzehnten prognostizierten Überschussbeteiligungen waren deutlich zu hoch und heute ist die Ernüchterung groß. Es klang aber so gut, damals 1985 bei Vertragsabschluss!

Es ist schwierig eine Prognose für Jahrzehnte abzugeben und eine lange Sparentscheidung zu treffen. Auch bei Abschlussentscheidungen für langlaufende Sparpläne überwiegen die Informationen, die für unsere Gehirn schnell präsent und aktuell verfügbar sind. In Zeiten der Unsicherheit werden oft die Lösungen präferiert, welche die vermeintlich geringeren Risiken für die Zukunft aufweisen. Dabei werden die aktuellen erlebbaren und wahrscheinlich erscheinenden Risiken automatisch in die Zukunft projiziert, der Blick für andere Risiken wird getrübt. Aber nur mit einer solchen Entscheidungsstrategie gelingt es uns, die Abschlussentscheidung einfach und mit möglichst geringem Aufwand zu treffen. Unser Gehirn ist ein Energiesparer –   auch bei schwierigen Entscheidungen!

Wie können solche Entscheidungen besser getroffen werden?

1. Akzeptieren sie den möglichen Entscheidungsfehler!
2. Eine Prognose für zwei oder mehr Jahrzehnte ist nicht wirklich möglich und kann demzufolge auch nicht berechnet werden.
3. Das mehrfache Wechseln von Vertragsarten verursacht hohe Kosten. Die Ungewissheit bleibt.
4. Risiko ist immer das, was wir nicht wissen.
5. Schließen sie mehrere Verträge ab, streuen Sie die sogenannten Risiken und sichern Sie sich vielfältige Chancen.
6. Beobachten Sie die Verträge regelmäßig und vermeiden Sie unbedachte Reaktionen.