Krisenkommunikation ist nichts für Laien!

Wir sind im Krieg.“, E. Macron, Staatspräsident Frankreich
Es geht um Leben und Tod.“, A. Laschet Ministerpräsident NRW
Es geht wirklich um Leben und Tod.“, M. Söder, Ministerpräsident Bayern
„… Kampf gegen das Virus.“, A. Laschet, Ministerpräsident NRW
Es geht um Leben und Tod für uns alle.“, O. Scholz, Finanzminister D.
„… und sein Team kämpfen an vorderster Front gegen das Virus.“, M. Engel, Tatortreiniger
Wir sind an der Front ohne Munition.“, FAZ, 07.4.2020

Das sind nur einige Zitate zur derzeitigen Krisenkommunikation rund um den Coronavirus. Ist in Frankreich die Kriegsrhetorik durchaus üblich, so ist sie in D. ein neues Mittel der Wahl. Aber ist sie ein gutes Mittel in der aktuellen Situation?

Wer mit dieser Art der Krisenkommunikation, die für Menschen existenziellste aller Fragen aufwirft, kann, darf und sollte sich nicht über die erlebbaren Reaktionen wie Hamsterkäufe wundern. Hamsterkäufe sind auch keine irrationalen Handlungen, die irgendwie stattfinden. Es sind Reaktionen von Menschen, denen gerade erklärt wurde, dass sie der Tod treffen kann. Jetzt, hier und heute und vor allem überall. Das Verhalten ist evolutionsbiologisch normal, der mögliche Hunger ist eine der größten menschlichen Ängste. Bevorratung ist das einfache Mittel der Wahl. Wer das negiert, nicht versteht oder eben einfach nicht in seiner Wortverwendung beachtet, muss die Folgen aushalten.

Auch wenn die Landwirtschaftsministerin J. Klöckner keinen „Anlass für Hamsterkäufe“ sieht, hat sie mit ihren Äußerungen dieser Art, dieses besondere Verhalten verstärkt. Mit solchen Botschaften erinnert sie auch noch die Letzten an deren bestehende Bevorratungslücken.

Um es kurz zu machen: die Krisenkommunikation war und ist lehrbuchreif unkoordiniert und/oder einfach schlecht. Und wir sprechen noch nicht einmal darüber, dass die notwendigen und verordneten Verhaltensregeln gerade in einem Wirrwarr enden. Denken Sie einfach nur an die diversen Abstandsregeln. Regeln in besonderen Situationen müssen einfach, verständlich und klar für alle sein. Das sind nicht nur die Abstandsregeln gerade nicht.

Und in Banken und Sparkassen? Naja, auch hier ist die Kundenkommunikation auf einem stark ausbaufähigem Niveau. Oder wie finden Sie die folgende Botschaft? Einfach nur lustig oder doch schon schwierig?

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Passen Sie auf, wie Sie mit Ihren Kunden sprechen. Es lohnt sich gerade jetzt und vor allem etwas länger über die Wortverwendung nachzudenken!

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