The End! oder „Wer sein Geld sicher anlegen will, muss derzeit Verluste hinnehmen“ (Welt.de)

Wer sein Geld sicher anlegen will,
muss derzeit Verluste hinnehmen.“
(Welt.de, 29.8.2019)

Bitte lesen Sie diesen Satz noch einmal. Und? Klingt er jetzt besser? Noch nicht? Ich möchte dieses Zitat gern um den ultimativen Lieblingssatz der Finanz- und Kundenbefragungsbranche ergänzen:

„Bei künftigen Geldanlagen ein höheres Risiko einzugehen,
um eine ggf. höhere Rendite zu erzielen, kann ich mir … vorstellen.“

(z.B. Befragung Bankenverband 2018)

Beide Sätze offenbaren, wie weit es mit dem Finanzwissen der Deutschen steht. Hier, in diesen beiden Fällen, sind es die sogenannten Experten, welche mit ihrer Aussage und ihrer Art der Fragestellung deutlich daneben lieben.

Fakt 1: Wenn ein Privatanleger sein Geld sicher anlegen will, will er keine Verluste hinnehmen.
Fakt 2: Nein, Privatanleger sind nicht bereit, für eine ggf. höhere Rendite, ggf. ein höheres Risiko einzugehen.

Menschen sind, wenn sie normal sozialisiert sind, Unsicherheitsvermeider. Das Vermeiden von Risiken zur Sicherstellung des Überlebens ist unsere Grund-DNA. Das ist seit Millionen Jahren so. Das gilt für Alltagsentscheidungen ebenso, wie für Spar- und Vermögensentscheidungen. Die Evolution wird für Spar- und Vermögensentscheidungen keine Ausnahme machen. Auch nicht 2019.

Leider taucht die o.g. falsche Risikofrage immer wieder und mit großer Hartnäckigkeit in Anlegerberatungen und -umfragen auf.  Aber: auf eine allgemein gestellte Frage erhalten Experten eine allgemein gültige Antwort. Oder anders: Wer falsch fragt, bekommt eine falsche Antwort. Übrigens: die Antwort auf diese Frage wird auch nicht besser, wenn sie noch viel öfter so gestellt wird. Wären die Berater/Beraterinnen in Banken und Sparkassen Risikohändler, dann würden sie so richtig fragen. Sind sie aber meistens nicht.

Die Art der beiden Aussagen ist möglich, weil sich viel zu wenig damit auseinandergesetzt wird, was Privatanleger unter Risiko oder Sicherheit verstehen. Das gilt auch für sehr viele Experten. Beide Begriffe werden individuell definiert, erlebt und dann in Anlagelösungen berücksichtigt. Es gibt nicht „das Risiko“ oder „den Verlust“. Allein für Bedeutung des Wortes „Risiko“ gibt es in D. mehr als 300 Definitionen.

Ich hoffe inständig, dass der Spruch Wer sein Geld sicher anlegen will,
muss derzeit Verluste hinnehmen.“
nicht in der Anlageberatung von Privatanlegern verwendet wird. Er ist falsch, weckt die falschen Emotionen und macht jede weitere Beratung überflüssig. Es gibt bessere Anspracheideen.

Wenn es gelingt, Privatanlegern ihre persönlichen Gedanken und Überlegungen zur „Sicherheit“ und zum „Risiko“ zu entlocken, werden heute, morgen und übermorgen, also in den Zeiten, in denen die Zinsen alle sind, gute alternative Anlageideen umgesetzt werden. Ja, sogar Aktien! Wetten?!

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