Katzenbabys fürs Depot oder wie eine Branche auf den Hund kommt.

Nun ist er endlich da: der erste Katzen- und Hundebabyfonds! Die AGI hat eine einfache Anlagelösung für die deutschen Tierfreunde geschaffen. Der neue Themenfonds „Allianz Pet and Animal Wellbeing“ (ISIN: LU1931535857) ist eine Antwort auf die brennenden Fragen des Geldvermehrens in einer unsicheren und deswegen von allerlei Haustieren behüteten Lebenswelt. Er hat die gute Chance, mit seinem langen Anlagehorizont die Lebensdauer vieler Haustiere zu übertreffen und damit als Trost- und Ertragsspender in einer möglichen Zeit der emotionalen Einsamkeit zu wirken. Darauf haben deutsche Anleger gewartet!

Und er passt zu jedem Haustierfreund! Kampfhundbesitzer sind bestimmt einer höheren Aktienquote nicht abgeneigt, Schäferhund und Dackelbesitzer lieben deutsche Standardwerte, Freunde südamerikanischer Spinnen werden bestimmt auch für Emerging Markets ansprechbar sein. Und wenn die Fondsentwicklung buchstäblich ins Wasser fällt? Da gibt es ja noch die Aquarianer, die sich damit auskennen. Da geht doch was!

Als (Katzen)streuartikel gibt es eine Leine, damit die Kurse bzw. die Hunde nicht weglaufen. Anstatt einer Anlegermesse werden Haustiermessen ausgerichtet. Marketingstrategisch ist da echt was drin im Katzenfonds.

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Tierliebhaber mit hohen laufenden Unterhaltskosten für ihre Charlys und Hansis werden bestimmt auch bei der jährlichen Kostenquote von 2,05 Prozent nur an das Gute im Tierfreund denken. Der vergleichende Hinweis auf die Unterhaltungskosten der Kundenhaustiere steht bestimmt schon in den Beratungsunterlagen zur Argumentation für die „ex ante“ und „ex post“. Ist das herrlich einfach! Und so niedlich!

Ist die Branche wirklich auf den Hund gekommen?

Fürs Bild zum Fonds borgt sich die Managerin den Hund der Nachbarn, da sie selbst keine Haustiere hat. Das ist ganz sicher verantwortungsvoll, passt aber so richtig nicht ins Vermarktungskonzept. Aber welcher Fressnapfbesucher wird das merken?

Wer Anlegern vorhält finanzdumm zu sein, hat jetzt mit einem Katzenfonds die richtige Lösung für dieses „Problem“. Ich hoffe, dass der Anlegerfang nicht auf Katzenbilderniveau oder wie oben überlegt stattfinden wird. Wie komme ich jetzt vom Anlegerfang zum „Jagdinstinkt“ bei der Deutschen Bank? Was wird wohl in der Geeignetheitsprüfung für die Anleger stehen? „Der Kunde kennt sich mit Haustieren aus?“ Zur Bestätigung gibt es einen Abdruck mit der Hundepfote vom Struppi.

Mit einem möglichen Fondsvolumen von 3 Mrd. Euro wird es kein Nischenprodukt werden. Also freuen wir uns auf ein tierreiches und wenig haariges Marketing. Wenn die Anleger auch nach 5 Jahren Fonds- und Tierbesitz noch Freude (=Ertrag) damit haben, werden sie ihrem Berater/ihrer Beraterin bestimmt das Fell graulen. Wenn nicht, geht es ins Tierheim.

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