Frankfurt/Main: Nur Bares ist Wahres!

In Frankfurt/M. gibt es hunderte Banken, dort sitzt die EZB und nicht wenige Frankfurter machen sich große Hoffnungen, dass sich durch den Brexit die Anzahl der Banken bzw. mind. der Banker in dieser Stadt erhöhen wird. Die Dichte der Bankmitarbeiter/innen ist demzufolge deutlich höher als jeder dt. Stadt vergleichbarer Größe. Ist diese Dichte mit einem höheren Innovationspotential für die Zukunft des Bankings, des Bezahlens und somit der Branche selbst verbunden? Bestehende Restzweifel sind erlebbar.

Warum? Ein ganz besonderes Erlebnis ist das Parken in der Bankenmetropole. Nicht nur, dass es bereits spannend ist einen Parkplatz zu finden. Viel interessanter ist das ausgefeilte System bei der Bezahlung desselben. Wer jetzt denkt, dass in der Bankenmetropole 2018 bargeldlos mit Karte oder sogar einfach innovativ mit dem Handy bezahlt werden kann, der irrt sich. Auch 2018 gilt – nur Bares ist Wahres! Beim Parken im Parkhaus „Alte Oper“ muss es Klimpern oder Rascheln beim Bezahlen. Und am liebsten nur glatte neue Scheine.

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Wer ohne Bargeld in diesem zentralen Parkhaus steht, wird aber gut umsorgt. Denn vorsorglich steht ein Geldautomat direkt neben dem Kassenautomaten. Für immerhin 3,99 Euro je Abhebung kann hier schnell der schnöde Mamon besorgt werden. Prima und Glück gehabt!

Wie soll Einwohnern in Rietberg oder Chemnitz vermittelt werden, dass ihre Bezahlzukunft bargeldlos ist, wenn 2018 in Europas Bankenmetropole das Bezahlen des Parkplatzes in zentralster Lage nur mit Münzen und Scheinen sowie mit Gebühren am (Service)Geldautomaten belegt wird? Da liegt die Lust auf die Bezahlzukunft in weiter Ferne bzw. verkommt zu einer Masche des Geld Eintreibens (verdienen passt hier nicht). Ja sogar Zukunftsangst macht sich unwillkürlich breit. Ohne Bares verlässt du nie das Haus!

Aber ja, es kann auch nur ein ertragreiches Geschäftsmodell sein. Und das verwundert wiederum nicht. Wenn Vertreter der Bankbranche sich für die Abschaffung des Bargeldes einsetzen, dann sollten sie sich an der notwendigen Infrastruktur beteiligen oder diese vorantreiben.Das alleinige in Aussicht stellen oder besser noch einfordern einer bargeldlosen Zukunft ist da zu wenig. Der Griff ins traditionelle eurobestückte Portmonaie liegt da auf der schnelleren euroeinsammelnden Hand. Das ist nicht nur schade, das ist für 2018 deillusionierend 2013.

Könnte Europas Finanzmetropole Frankfurt eine Musterstadt für das bargeldlose Bezahlen sein oder werden? Oder ist das zuviel Phantasie?

PS: Liebe Betreiber des Parkhauses und der Geldautomaten in diesem – die Höhe der Parkgebühren ist imponierend. Studien belegen bereits seit Jahren: beim bargeldlosen Bezahlen ist der gefühlte (Trennungs)Schmerz deutlich niedriger als beim Bezahlen mit Münzen oder Scheinen! Da ginge doch was, oder? Wandel lohnt sich, auch finanziell.

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