„Geldmarktersatz“ und „Geldmarktalternativen“ sind eine schlechte Wahl: für Anleger und Berater/Beraterinnen!

Die Zinsen sind weg und trotzdem ist das Geld noch da. Nach wie vor lagern Milliarden Euro deutscher Anleger auf kurzfristig, am Geldmarkt orientierten Konten und Anlagemöglichkeiten. Berater und Beraterinnen werden nicht müde, mit Anlegern über Möglichkeiten der Ertragssteigerung zu sprechen. Meint man jedenfalls. Aber wissen sie, was sie tun?

Mit „Geldmarktalternative“ oder „Geldmarktersatz“ wird immer öfter versucht, vom Nullzins geplagten Anlegern eine andere Anlagemöglichkeit zu offerieren. Aber ist ein „Ersatz“ oder eine „Alternative“ etwas anderes als das, was Anleger/Anlegerin bereits als Anlagelösung hat? Wird mit einer solchen Ansprache das erreicht, was Berater und Beraterinnen wirklich wollen?

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Der Duden schreibt zu „Ersatz“: „Sache, die anstelle einer anderen Sache eingesetzt wird oder werden kann und deren Funktion übernimmt“. Für den „Geldmarktersatz“ gilt also, dass diese Lösung die Funktion der bisherigen Lösung ersetzt. Aha, also Geldmarktlösung ersetzt Geldmarktlösung. Aktien, Zertifikate und Fonds mit Risikoausweitung sind damit passe`.

Als „Alternative“ gilt „eine freie, aber unabdingbare Entscheidung zwischen zwei Möglichkeiten“. Eine „Geldmarktalternative“ ist demnach ein neues weiteres Geldmarktangebot, damit eine neue Entscheidung in dieser Anlageform ermöglicht wird. Privatanleger bewegen sich demnach auch hier weiter in der gleichen Risikoklasse. (Für alle Berater/Beraterinnen die jetzt überlegen: Eine Alternative zum Auto ist kein Bus sondern ein anderes Auto.)

Bringen wir es auf den Punkt: Wird dem Privatanleger als „Geldmarktalternative“ bzw. „Geldmarktersatz“ eine neue Anlageform wie z.B. eine Lösung mit Aktienquote verkauft, entspricht das nicht seiner Erwartungshaltung an eine Geldmarktanlage. Die Diskussionsgrundlage bei Vermögensverlusten wird bereits mit dieser unklaren Kundenansprache angelegt. Berater und Beraterinnen sollten das berücksichtigen. Denn ein Ja zu einem „Geldmarktersatz“ ist kein Ja für eine Anlagelösung in einer anderen Risikoklasse.

Fazit:

Kommunizieren Sie als Berater/Beraterin klar. Gerade im aktuellen Anlageumfeld.

Gewöhnen Sie sich als Berater/Beraterin ab, von Ersatz bzw. Alternativanlagen zu sprechen. Erklären (da ist „klar“ drin) und begründen (da ist „Grund“ drin) Sie ihren Anlegern Ihre Überlegungen und Gedanken für eine neue Anlagestruktur. Sie werden es verstehen!

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