Neues Jahr, neues Risiko? – über den Umgang mit Risiko in der Anlegerkommunikation

In vielen Aufsätzen, Artikeln und Beiträgen haben wir uns in den letzten Monaten zum Risiko, zur Risikobereitschaft von Anlegern und zum Umgang mit Risiko in der Anlageberatung auseinandergesetzt. Für viele Leser sind unsere Aussagen neu und demzufolge auch schwer in der Anlageberatung umzusetzen. Eine Untersuchung des Allensbach Institutes für den Bundesverband deutscher Banken aus dem Dezember 2015 gibt uns Recht in der Annahme und vertretenen Meinung, dass sich in der Risikokommunikation in der Anlageberatung Wesentliches verändern muss, damit Anleger neue Anlageklassen wählen und somit mit der schwierigen Zinssituation umgehen können. Vertrauen ist immer auch eine Frage der Kommunikation!

Auszug aus den Befragungsergebnissen*:

  1. Banken werden verknüpft mit dem höchsten Risikopotential aller Branchen (noch vor der Gentechnologie).
  2. „Risikobereitschaft“ ist im Leben nicht wichtig (letzter Platz).
  3. Die Worte „Risiko“, „Manager“ und „Aktien“ weisen eine signifikant hohen Unsympathiewert auf (nur Gentechnologie ist unsympathischer).
  4. Die Aversion gegen den Risikobegriff ist seit 1993 signifikant gestiegen (1993: 43% und 2015: 60%)
  5. Nur 13% der Befragten sehen in niedrigen Zinsen ein Risiko.
  6. 61% der Befragten empfinden das Wort „Aktie“ als unsympathisch.
  7. 72% der Befragten befürworten die Regulierung von Banken und Finanzmarkt. Das ist ein Topwert nach den Themen Zuwanderung und Lebensmittelsicherheit.

Unsere Empfehlungen für Ihre Anlageberatung:

  1. Nehmen Sie die Empfindungen Ihrer Kunden/Anleger ernst. Sie sind heute wesentlich wichtiger als Produktvorteile!
  2. Lassen Sie Ihre Kunden/Anleger definieren, was „Risiko“ für Sie bedeutet. Es gibt kein einheitliches Risikoverständnis bei der Vermögensanlage.
  3. Vermeiden Sie Wörter und Ableitungen, welche bekanntermaßen als „unsympathisch“ verstanden werden. Vermeiden Sie diese Wörter, vermeiden Sie auch negative Emotionen!
  4. Das Risikoverhalten von Anlegern im Alltag hat nichts mit dem Risikoverhalten bei der Vermögensanlage gemeinsam. Solche Ableitungen sind falsch!
  5. Achten Sie auf Ihre Wortwahl im Beratungsgespräch – aktiv!
  6. Nutzen Sie ein einfaches Risikosimulationstool. Das Verständnis bei Kunden/Anlegern über die Vermögensaufteilung wächst nachhaltig!
  7. Die Risikokommunikation nach der Anlageentscheidung ist für Kunden/Anleger wesentlich wichtiger als die vor der Anlageentscheidung. Nehmen Sie die Erwartungen, Wahrnehmungen und Empfindungen Ihren Kunden/Anleger nach der Anlageentscheidung ernst!

Quelle: Institut für Demoskopie Allensbach, „Zwischen Sicherheitsbedürfnis und Risikobereitschaft“ – eine Untersuchung im Auftrag des Bundesverbandes deutscher Banken 2015

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