Der Lockruf der Sparprämie

„Sparen muss sich lohnen, auch bei niedrigen Zinsen.“ Ein einfaches Sparzitat aus dem Jahr 2015. Nicht so einfach scheinen aber die sich daraus ergebenden Deutungsmöglichkeiten zu sein. Denn im Zusammenhang mit dem Zitat wird nach einer neuen Möhre für den Sparer verlangt, einer neuen staatlichen Spar(möhre)prämie.
Das viel ältere Sparzitat: „Spare wenn du kannst, dann hast du in der Not“ bringt den Spargedanken schon viel eher auf den Punkt. Es lohnt sich also der folgenden Frage nachzugehen: Sparen wir nur oder weil es eine Belohnung in Form eines Zinses oder einer Prämie gibt?

Pig on a donkey
Die Erwartungen an über die eigene Sparleistung hinausgehende Zins- oder Ertragszahlung sind von vielen Faktoren abhängig. Heute ist bekannt, dass die Rendite-Erwartung nur eine Sub-Erwartung unter vielen anderen Erwartungen eines Sparers ist. Auch haben die Zinshöhe und Zinsänderungen nur einen geringen Einfluss auf die tatsächliche Sparquote. Es scheint also so zu sein, dass gespart wird, um etwas auf der hohen Kante zu haben. Für ein schnelles oder auch ein langes Sparziel. Und egal wie hoch die Zinsen gerade sind.

Nun ist es sicher aber auch nicht so ganz von der Hand zu weisen, dass in Aussicht gestellt hohe Zins- oder Prämienzahlungen den Entscheidungs- prozess für einen Sparvorgang vereinfachen und verkürzen. Spannend ist hierbei aber die Beobachtung, dass nur wenige Sparer auf die Frage nach der konkreten Verwendung der Zinserträge, eine Antwort finden. Hier überwiegen deutlich die Mitnahmeeffekte.

Folgen Sie uns in der kleinen mathematischen Überlegung. Wer 5 Jahre lang mtl. 100 € spart, legt 6.000 € auf die hohe Kante. Bei einem Zinssatz von 2,5 Prozent p.a. kommen über die Jahre 392 € dazu. 94 Prozent des 5jährigen Sparerfolges stammen also vom Sparer selbst! Haben die der Sparbemühungen in diesem Umfang 10 Jahre Bestand, sind immer noch 90 Prozent des Sparergebnisses Eigenleistung. Nach 20 Jahren noch 78 Prozent. Erst bei deutlicher längeren Laufzeiten und bei deutlich höheren Zinssätzen wird also auch ein deutlicherer Erfolg spürbar. Das ist mit Sparplänen in alternativen Anlageformen gut zu schaffen.

Wer seinen Eigenanteil am Sparerfolg also verringern möchte, hatte und hat dazu verschiedene Möglichkeiten. Da diese aber nicht allen Sparern bekannt sind, lohnt sich ein Gespräch mit einem Berater.

Fazit:

Sparen liegt im persönlichen Interesse, egal wie hoch oder tief die Zinsen gerade sind. Und ja, sparen lohnt sich auch heute noch, obwohl die Zinsen historisch niedrig sind und es (noch?) keine neue Spar(möhre)prämie gibt.
Mit dem Blick auf die Sondersparprämie bleibt mindestens eine Fragen offen: Bekommt auch ein Eigenheimfinanzierer und somit Niedrigstzinsprofiteur eine Sparsonderprämie auf sein Sparguthaben? Aber das kann jemand anders erklären …

Danke Kai für deine Ideen und Anregungen zum Beitrag!

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