Aktienkultur ist Beratungskultur!

„Wie Draghi die deutsche Aktienkultur rettet“ schrieb am 22.11.2014 das Handelsblatt und führt im gleichen Artikel Vermögensverwalter auf, welche Privatanlegern eine neue Aufgeschlossenheit gegenüber Aktien bestätigen. Aber gibt es eine Kultur, die umsatzabhängig ist? Auffällig ist, dass das Wort „Aktienkultur“ nur phasenweise in D. verwendet wird. Werden viele Aktien von Privatanlegern gekauft, so ist diese „ausgeprägt“, „gut“ oder hat sich sogar „etabliert“. Diese Form der kommunizierten „Aktienkultur“ hat aber einen zeitlichen Rahmen und ist endlich, denn spätestens bei ersten Kursrückgängen findet sie ein jähes Ende.

Der Begriff „Kultur“ stammt in seinem Ursprung sehr wahrscheinlich aus der Landwirtschaft oder besser aus den frühen Zeiten des Ackerbaus. Heute wird „Kultur“ sehr weit gefasst und bezeichnet mit vielen Facetten das, was uns umgibt und ist wie sie ist. So bleibt also festzustellen, dass es eine Aktienkultur, auch mit geringen Umsätzen bei Privatanlegern, gibt.

Ein Blick in die Geldgeschichte verrät uns, dass es mit der Einführung des Vermögenbildungsgesetzes erste Überlegungen und Entscheidungen gab, etwas dafür zu tun, Anleger am Produktivkapital in Form der Aktien zu beteiligen. Kern des Gesetzes war und ist bis heute, die staatliche Förderung der geleisteten Anlagebeträge. Und heute? Es gibt das Vermögensbildungsgesetz noch, die Förderung wird aber nicht nur für Aktien, sondern auch für andere Anlageformen gezahlt.
Wenn die Finanzbranche heute beklagt, dass es keine „Aktienkultur“ gibt, dann reicht ein Blick in die unterschiedlichen Fördermöglichkeiten des Vermögensbildungsgesetzes, welche von Branchenvertretern im Laufe der Zeit eingefordert wurden. Da war und ist die Aktie als Produktivkapital nicht mehr ganz so wichtig.
Es reicht auch ein Blick auf das Marketing der Finanzinstitute, hier ist die Aktie kaum oder nur am Rand finden. Und es reicht auch ein Blick auf die Beratungsschwerpunkte, welche Kunden heute in der Anlageberatung erleben.

Martin Gburek schreibt in seiner aktuellen Kolumne dazu: „Man mag es kaum glauben, aber das Deutsche Aktieninstitut, 1953 gegründet als Arbeitskreis zur Förderung der Aktie (später Arbeitskreis Aktie), stellt seine jüngste Schrift unter das Motto „Aktienkultur leidet erneut“. Noch depressiver geht es kaum. Und das – neben zwei Geschäftsführern – bei einem Präsidium von elf, einem Vorstand von 51, einem wissenschaftlichen Beirat von zwölf und einem Beirat für ökonomische Bildung von sechs Personen, macht zusammen 82, darunter kein einziger Vertreter privater Anleger. Das haben Aktien wahrlich nicht verdient.“*

Fazit: 

Wer die Aktie über Jahrzehnte zur geduldeten Notlösung verkommen lässt, muss sich in Zeiten von Nullzinsen nicht über die erlebbare Aktienkultur beschweren. Es ist auch keine Aufgabe der Politik, hier etwas Förderndes zu tun. Es geht viel einfacher: eine positiv erlebbare Aktienkultur ist eine Frage der Anlageberatungskultur! Ein Aktienbaustein konnte und kann schon immer zu einer objektiven Anlagelösung dazugehören. Mehr Mut!

Quelle: http://www.wiwo.de/finanzen/geldanlage/gbureks-geld-geklimper-der-fluch-der-niedrig-null-und-negativzinsen/11391692-all.html

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